Historisches


Was ist ein "Steiger"?

Ein Steiger ist ein Grubenaufseher, welche den Anordnungen des Betriebsbeamten gemäss die Arbeiten auf der Grube leitet und die Arbeiter beaufsichtigt". So definiert das Deutsche Wörterbuch 1871 den Beruf des Steigers. Diese Bezeichnung kommt vom steten Steigen und Einfahren in die Gruben, und ihr Amt ist,  Tag und Nacht die Gebürge und Gruben mit Fleiss zu befahren, und was sie unrichtiges darinnen befinden, das sollen sie ändern und verbessern.

Die immer größer werdende Teufe in den Bergwerken brachte mit der Zeit erhebliche technische Probleme mit sich, die ein Steiger "alter Art" ohne entsprechende Vorbildung nicht mehr bewältigen konnte. Eine besondere Ausbildung wurde erforderlich.

Ab 1775 wurden am damaligen Clausthaler Lyceum für begabte Bergleute spezielle Kurse angeboten. 1810 entstand daraus eine Bergschule, aus der später zwei heute noch in Clausthal ansässige Institutionen hervorgingen: die "Technische Universität Clausthal" und die "Berg- und Hüttenschule Clausthal".

Damit wurde das Instrument geschaffen, um die erwünschte Anhebung des Ausbildungsstandes der "Offizianten", wie die Führungskräfte allgemein bezeichnet wurden, auf den Oberharzer Bergwerken zu erreichen: prinzipiell war der Steiger von jetzt an Absolvent der Bergschule.

(Aus dem Oberharzer Bergwerksmuseum in Clausthal-Zellerfeld - entnommen den Bergwerknachrichten Nr. 51, März 2002 des Bergwerkvereins Käpfnach)